Das große Interview zum Saisonstart

Julia, Stephan und Jens plaudern aus dem Nähkästchen

In einer Woche geht es los, die Landesliga Nord B Latein bestreitet ihr erstes Saisonturnier in Nienburg. Wir haben vorab mit unserem Trainerteam gesprochen und gefragt, was sie erwarten und wie es eigentlich zur neuen Choreografie und Musik gekommen ist. 

Hallo Julia, Jens und Stephan. Schön, dass ihr euch die Zeit genommen habt um unseren Mitgliedern, Freunden und Fans einen kleinen Einblick zu geben. Steigen wir doch direkt ein. 

 

Zur aktuellen Saison hat sich das Trainerkarussell in der TFG gedreht. Was waren die Hintergründe hierzu?

Stephan: Aufgrund der Entfernung und vieler neuer Paare und Gruppen bei uns in Bremen, war es leider nicht mehr möglich, das Training in der gewohnten Form weiter zu gestalten wie in der letzten Saison bzw. so wie wir es gerne weiter gemacht hätten.

Jens: Mein eigentlicher Plan war es, mich aus dem Tanzsport zurückzuziehen und den „Trainerruhestand“ zu genießen. Der Vorstand der TFG war dann jedoch von mir überzeugt und hat mich in vielen Gesprächen dazu gebracht, das Team durch die Saison zu führen. 

 

Auch Selfies mit dem Team gehören zur Trainerarbeit

Wie fühlt ihr euch in den neuen Rollen?

Jens: Mehr Verantwortung bedeutet auch immer mehr Stress. Als Ausgleich bedeutet es aber natürlich auch mehr Spaß, wenn man Erfolge und Fortschritte sieht. Wenn der Erfolg sich dann später einstellt, erfüllt es mich auch mit Stolz diese Rolle auszuüben.

Stephan: Mit der Rolle des Choreografen fühlte ich mich genau in meinem Element und mehr war für mich zeitlich auch leider nicht möglich.

Julia: Als Techniktrainerin und Choreografin fühle ich mich soweit gut und es wird auch sehr gut angenommen. Schade nur, dass man nicht noch mehr Zeit hat um mit diesem tollen Team zu arbeiten.

 

Was ist euer Schwerpunkt im Training?

Julia: Mein Schwerpunkt im Training liegt ganz klar im technischen Bereich. Wir arbeiten einzelne Passagen aus und ich kann dort Schritt für Schritt auf die richtige Technik eingehen.

Jens: Für mich steht an erster Stelle die Synchronität innerhalb des Teams. Dazu liegt ein weiterer Schwerpunkt auf den Bildern und der jeweiligen Entwicklung.  

 

Die neue Choreo „Die 90er“ wurde komplett von Stephan und Julia Schanz entwickelt – mögt ihr einmal erzählen wie so etwas abläuft? Woher kommen die Ideen?

Stephan: Eine komplett neue Choreografie zu entwickeln ist immer eine tolle Herausforderung, die natürlich viele Stunden intensiver Überlegungen und Ideen in Anspruch nimmt. Als erstes schaut man, welche Tänze kann man aus den vorab ausgesuchten Musiktiteln herausholen. Bevor auch nur ein Schritt getanzt wird muss alles im Kopf und auf dem Papier festgehalten werden. Welche Schritte, Figuren und Bewegungen passen zu welcher Musik – erst wenn man alles zu 75% im Kopf und auf dem Papier hat, stellen wir uns mit dem Team hin und versuchen alles umzusetzen. Manchmal kommen dann noch weitere Ideen, wenn man mit dem Team auf der Fläche steht und es kommt auch vor, dass der ein oder andere Weg eines Paares vielleicht nicht so zu erreichen ist wie man es sich vorstellt. Insgesamt haben wir versucht möglichst das Tanzen in den Vordergrund zu stellen und haben auch viele moderne Figuren aus dem Einzeltanz eingebaut.

Jens: Als erstes gab es die Ideen zum Thema „Die 90er“. Zu einem großen Teil kam dieser Vorschlag aus dem Team heraus. Vom Vorstand und mir gab es dann eine Vorauswahl an Liedern, die unserer Meinung nach gut passen würden. Die Auswahl haben wir dann an Stephan weiter gereicht. Dieser hat dann mit Hilfe der Firma Elbru P.A. eine tanzbare Version zusammen geschnitten. Gleich der erste Versuch war so gut, dass wir sofort damit arbeiten konnten. Die Schritte haben Julia und Stephan komplett mit dem Team zusammen erarbeitet. Nach ca. 8 Wochen stand fast die komplette Choreo. Ab diesem Punkt habe ich dann das Training übernommen. Im Nachgang gab es meinerseits noch kleine Anpassungen in der Choreografie. Als letztes Stand der Ausmarsch auf dem Programm, diesen haben das Team und ich zusammen entwickelt. 

Was verbindet ihr mit der TFG Stade e.V.?

Julia: Nach einigen Jahren der Trainertätigkeit bei der TFG Stade freuen wir uns natürlich, dass der Verein einen großen Schritt nach vorne gemacht hat und wir mit neuen Ideen auch dazu beitragen konnten, dass mittlerweile diverse Einzelturnierpaare welche von uns trainiert werden, erfolgreich an Turnieren teilnehmen und auch 2 Kindertanzgruppen entstanden sind.

Stephan: Ich freue mich immer als gebürtiger Stader nach Stade zu kommen. Es freut uns auch, dass der Vorstand der TFG immer ein offenes Ohr für neue Ideen hat und auch versucht, viele Dinge entsprechend umzusetzen. Die Zusammenarbeit ist sehr konstruktiv und bringt richtig Spaß. 

Jens: Ich verbinde mit diesem Verein fast 25 Jahre Tanzsport. Als Gründungsmitglied der TFG habe ich viele Dinge miterlebt. Es gab viele Herausforderungen, manchmal auch viel Ärger aber das gehört dazu. Für mich überwiegt das Positive. Es gab immer neue Herausforderungen, tolle Teams und einen super Teamgeist. Ich habe in dieser Zeit viele tolle Menschen kennengelernt, aus denen auch Freundschaften gewachsen sind. 

Julia und Stephan Schanz

 

Was war bisher dass schönste Erlebnis bei oder mit der TFG?

Jens: Als aktiver Tänzer war es ein Turnier in Fredenbeck. Es war das Saisonfinale, wir standen bereits als Aufsteiger fest und in der Halle befanden sich über 1.000 Zuschauen. Neben dem Publikum feuerten uns auch alle Mannschaften an der Fläche an – ein großartiges Erlebnis, welches ich niemals vergessen werde.

Stephan: Das ist schwer zu beantworten. Es gab in der ganzen Zeit viele tolle und positive momente wie z.B. der Ligaauftakt der Formationen im letzten Jahr, wo wir mit nur 6 Paaren den 3. Platz belegten.

Julia: Sehr schön sind auch die Turniersiege und Aufstiege der von uns trainierten TFG Einzelpaare. Diese Entwicklung ist über die Jahre unserer TFG Trainertätigkeit sehr positiv. 

 

Und was war bisher dass negativste Erlebnis bei oder mit der TFG?

Julia: Natürlich gab es auch ein paar Enttäuschungen und Niederlagen. Der Abstieg der Lateinformation in der Saison 2015/2016 gehörte ganz sicher dazu. Ich kann aber sagen, dass für Stephan und mich die positiven Dinge klar überwiegen.

Jens: Menschlich gab es leider in den Jahren einige negative Erlebnisse. Als Co-Trainer habe ich lange einem Trainer zugearbeitet – leider gab es dann große persönliche Differenzen seinerseits und die Trennung verlief nicht ohne Ärger. So etwas prägt einen und lässt einen zweifeln, wieviel Zeit man in sein Ehrenamt investieren möchte. Allgemein kann man sagen, dass Abstiege sowohl als Tänzer und auch Trainer immer negativ in Erinnerung bleiben.

 

Welche Erwartungen habt ihr an die nun startende Saison?

Jens: Von unserem neuen Konzept bin ich absolut überzeugt und ich habe ein sehr gutes Gefühl. Die Musik ist klasse, die Choreo ist gut entwickelt und ich habe ein super Team. Wir haben viele junge Leute dabei, vieles muss sich noch finden. Aber ich denke, es ist alles drin. Stapeln wir tief – erstmal das große Finale erreichen und dann mal sehen. Wenn ich meine Hoffnung in den Vordergrund stelle, sieht die Antwort natürlich anders aus – da kann man auch mal vom ersten Platz träumen.

Julia: Das ist schwer zu sagen, wünschen tun Stephan und ich uns natürlich den Wiederaufsstieg in die Oberliga. Das wäre ein toller Erfolg. Durch diverse Abgänge und einem sehr jungen Team ist es aber natürlich ein schweres Ziel, welches aber absolut nicht unmöglich ist. Durch die neue frische Choreografie und Musik ist das Team sehr motiviert und hat richtig Lust. Man muss einfach mal abwarten wie alles so ankommt bei den Wertungsrichtern und Zuschauern. Aber im vorderen Drittel sollte unsere Formation natürlich schon liegen.

 

Jens, Stephan und Julia mit Lisa

Vielen Dank an euch für dieses Interview. Wir haben nun einen guten Einblick in eure Arbeit und freuen uns auf den Saisonauftakt. Wir wünschen euch noch gute Trainings bis zum Turnier und drücken die Daumen, dass alle Wünsche und Hoffnungen in Erfüllung gehen. 

Euer

TFG Stade e.V. SocialMedia-Team